Köln, 10. 10. 2015

                                                         
VERRAT AN DER HAUPTSTADT DES FRIEDENS
 
Dursun ATILGAN
Präsident der “Föderation der Vereinigungen zur Förderung
des  Gedankenguts Atatürks in Europa”


Am 10. des 10. Monats um 10.00 Uhr wurde in Ankara, der Hauptstadt des Friedens, durch einen brutalen Terroranschlag fast hundert Menschen das Recht auf Leben aus der Hand genommen und etwa 250 Menschen wurden verletzt, was uns tief bis ins Mark getroffen hat…

Aus welchem Grund auch immer und egal von welcher Seite es kommt und welche menschenverachtenden Kreaturen auch immer wollen, dass unser Land dem Nahost-Sumpf hingezogen wird, verurteilen wir aufs Schärfste...

Diese Halunken besitzen offenbar keine Menschlichkeit, keine Scham und  keine Einsicht. Trotzdem sehen wir es als Pflicht an, unsere Gefühle der Verurteilung (die man nicht immer in Worte fassen kann), auf diese Weise
 kund zu tun…

Wer immer diese Gräueltat verübt hat, ist ein barbarischer Mob ohne Intellekt und Wissen und ein Feind der Menschheit.
Aufgrund dieser erschreckenden und blutigen Gräueltat in der Hauptstadt des Friedens sehen wir es als nötig an, unsere folgenden Gedanken zur Sprache zu bringen:

Seit der Erschaffung des Menschen sind wohl die Worte, die am häufigsten gehört oder gewünscht werden KRÝEG, FRÝEDEN und MENSCHENRECHTE.

Menschen und Menschenrechte sind nur in Zeiten des Friedens möglich. In unserer Zeit ist Frieden meist ein Thema von Denkern, Gelehrten und Künstlern, kurz gesagt von kultivierten Menschen. Das war vor unserer Zeitrechnung so und auch danach so…

Es gibt nichts auf dieser Welt, dass für seine Artgenossen so gut aber auch
so schlecht sein kann wie der Mensch. Wenn das Gute im Menschen überwiegt,
herrscht FRIEDEN, wenn das Schlechte überwiegt, herrscht KRIEG.

Was die Menschen am Meisten tief nachdenken lässt und in Erstaunen versetzt
ist dies: 
Krieg und Terror verdichten, verbreiten und verstärken sich, je mehr sich die Zivilisation weiterentwickelt und es finden sich immer neue Plattformen und Methoden der Gewalt. Was für eine traurige Tatsache, dass der Mensch sein
erworbenes Wissen, nicht immer dazu nutzt, seine Mitmenschen glücklich
zu machen, sondern im Gegenteil immer öfter dazu nutzt, um seine Mitmenschen zu vernichten.

Wenn Gewaltbereite und blutrünstige Terroristen, die diese Welt für die Menschheit zur Hölle machen, nur ein bisschen Menschlichkeit hätten, würden sie sich die TIERE zum Vorbild nehmen. Keine Tierart vergießt das Blut der eigenen Rasse…

Mit welcher Absicht auch immer eine blutige Tat begangen wird (Religion, Glaube, Weltanschauung, ethnische Unterschiede), die Quelle muss bei denen gesucht werden, die mit Unwissenheit behafteten und Anhänger von Gewalt ermutigen. Denn Unwissenheit und Gewalt sind  schwarze Vorhänge für Augen, Stöpsel für Ohren, Fessel für den Verstand und für das Gehirn und eine Falle der Bösartigkeit.

Wer diesen Weg einschlägt, sind Diejenigen, die nicht gelernt haben, wie man seinen Verstand benutzen kann und was Menschenrechte (wobei an erster Stelle das Recht auf Leben steht), Justiz und Recht bedeutet…

Krieg und Terror sind die Handlungen, bei denen die Menschen ihren Mitmenschen Schaden zufügen und dementsprechend den Mitmenschen das Recht auf Leben aus der Hand nehmen.

Jeder türkische Staatsbürger mit gesundem Menschenverstand,  lehnt die  Gewalt ab, wird niemandem etwas Übles tun, missbilligt gefährliche Diskurse und blutige Handlungen, wird wie immer bei Themen wie Menschen- und Friedensliebe auf  wegweisende und ethische Quellen zurückgreifen, wie diese in ATATÜRKs Reden, Erklärungen, Schriften, Werken und Zitaten vorhanden sind. Er hat immer versucht, den Menschen dienlich zu sein und dementsprechend die Zusammenarbeit und Zusammengehörigkeit; Frieden im Lande und Frieden in der Welt in den Vordergrund gestellt…

Seine folgenden außerordentlichen Worte hier zur Sprache zu bringen, halte ich für meine Pflicht:

Am 31. Januar 1930 (18 Jahre vor der weltweiten Erklärung der Menschenrechte) sagte Mustafa Kemal Atatürk Folgendes:

“Die Wissenschaft hat den Menschen das Geheimnis der Größe der Gesellschaft eröffnet. Das Geheimnis ist die Verbundenheit der Menschen untereinander. Alle Menschen sind Teil eines gesellschaftlichen Körpers. Deswegen sind sie miteinander verbunden. Und, da die Menschen die kulturellen Erben ihrer Vorfahren sind, ist die Verbindung immer und überall enthalten. Diese Verbindungen sind natürlich, sozial und wirtschaftlich. Der Zweck der Entwicklung ist, dass sich die Menschen gleichen. Die Welt ist auf dem Weg
zu einer Einheit. Zwischen den Menschen werden die Unterschiede bezüglich Klasse, Rang, Ethik, Kleidung und Sprache immer weniger. Die Geschichte zeigt, dass der Existenzkampf  zwischen denen stattfindet, denen Rasse, Religion, Kultur, Aus- und Weiterbildung  fremd sind. Der Gang hin zur Gemeinschaft ist der Gang hin zum Frieden. Um zu einer Meinung bezüglich der Bindung zwischen den Menschen zu kommen, kann die beste Denkweise nur unter dieser Voraussetzung begutachtet werden….”


Am 25. Oktober 1931 sagte er dies:

Um die Menschen glücklich zu machen, sie sich gegenseitig an die  Kehle gehen zu lassen, ist ein  unmenschliches und aufs Höchste traurig machendes System.
Um Menschen glücklich zu machen ist der einzige und geeignete Weg, sie einander näher zu bringen, dafür zu sorgen, dass sie sich mögen und materielle und geistige Bedürfnisse mit entsprechenden Aktionen und der entsprechenden Energie zu befriedigen. Innerhalb des Weltfriedens wirklich glücklich zu werden, ist nur möglich, wenn man  Anhänger für dieses großen Ideal vermehrt….”

ATATÜRK, der in der Weltgeschichte seinesgleichen sucht, 
hat mit diesem
außerordentlichen Einfühlungsvermögen und mit seinen wegweisenden Worten
zuerst in unserem Land und dann in der ganzen Welt der Menschheit große und
weltumspannende Aufgaben auferlegt…

Es sind so viele gemeinsame Werte und Möglichkeiten vorhanden, um Gefühle wie Freundschaft und Respekt weiterzubilden und brüderlich in Frieden miteinander zu leben, fragt man sich, warum nährt man Hass und Abneigung und warum zielt man auf das Recht des Lebens der Mitmenschen ab..?


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