20. August 2017

PRESSEERKLÄRUNG
Wahrhaftige Staatsleute sind die, die nicht an die Wahlen von Morgen
sondern an den Morgen des Staates denken…

Der Bundesrepublik Deutschland, in der wir seit über 40 Jahren arbeiten, leben und die wir gut kennen, ist das der Entwicklung des Westens zugrunde liegende
Wertesystem sehr wichtig. Dieses Wertesystem kann wie folgt zusammengefasst werden:

1. Demokratie, Menschenrechte, Freiheit des Einzelnen und seine
    Unabhängigkeit bei Entscheidungen. (Anerkennung der hohen Werte)
2. Rechtsstaatlichkeit
3. Religions- und Gewissensfreiheit
4. Unäußerliche Rechte (Meinungsfreiheit)
5. Unabweisliche Pflichten (Bürgerliche und politische Pflichten aller
    Staatsbürger)
6. Existenz von bindenden Gemeinschaften (Der Staat)
7. Anerkennung einer Gesellschaftsordnung (Grundgesetz, Gesetze und das
    Volk)
8. Eine vollkommene Presse- und Kommunikationsfreiheit.
Es ist nicht zu akzeptieren, sich mit Aussagen und Handlungen, die einem
Eingriff in die inneren Angelegenheiten eines sich dieses Wertesystem zu
eigen gemachten unabhängigen Staates gleichkommen, einzumischen.
Auf die Frage, ob die heutige Regierung in der Türkei sich an diesem Wertesystem festhält, können wir leider keine bejahende Antwort geben.

Auch deshalb ist es unmöglich, der Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland, Frau Merkel und dem Außenminister, Herrn Gabriel, zu widersprechen.

Wir halten es auch von Interesse daran zu erinnern:
Demokratie beschränkt sich nicht nur auf die Wahlurne. Viele Länder der Welt werden von Diktatoren geführt, obwohl auch in denen Wahlurnen
aufgestellt werden. Fakt ist, dass alleine Wahlurnen die Diktatur nicht verhindern können.
In den Ländern, die den für die wahre Demokratie lebenswichtigen Institutionen keine Bedeutung beimessen, kann nur von einem "Demokratie-Theater" gesprochen werden.

Derartige Forderungen "geben Sie bei der Wahl in Deutschland eure Stimme nicht der SPD, CDU-CSU oder der Grünen Partei", sind nicht nur eine Respektlosigkeit gegenüber der Bundesrepublik Deutschland, sondern auch Respektlosigkeit gegenüber den über 3 Millionen türkischen Landsleuten, von denen ein Drittel Deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, (als ob sie nicht wissen würden, welcher Partei sie ihre Stimmen geben sollten). Diese beleidigende Bevormundung kann nicht hingenommen werden.
Übrigens: Als freie Menschen, die den Aufklärungsumbruch ATATÜRKS in der größtmöglichen Form sich zu eigen gemacht haben, werden wir uns nicht vorschreiben lassen, welche Partei wir in der Bundesrepublik Deutschland zu wählen haben.
Wir sind selbstverständlich in der Lage unseres eigenen Verstandes zu bedienen.
Die Krise zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Türkei
muss im Rahmen der Freundschaft, einer aufrichtigen Verbündetenpolitik angepassten Höflichkeit und in einer niveauvollen Sprache auf diplomatischem Wege gelöst werden.
Eine Vergeltungspolitik würde, vor allem die in der Bundesrepublik Deutschland aber auch in den anderen Ländern der Europäischen Union lebenden Türken, insbesondere Kinder und Jugendliche bezüglich ihrer Lebensqualität negativ  beeinflussen.
Wahrhaftige Staatsleute sind die, die nicht an die Wahlen von Morgen, sondern
an den Morgen des Staates denken…
Auf dieser Basis erwarten wir von beiden Seiten Äußerungen und Handlungen…

Dursun ATILGAN
(Präsident)
Föderation der Vereinigungen zur Förderung des Gedankenguts Atatürks in Europa

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